PAUSE-KNOPF – Eine kleine Zeitreise

GlyptothekWiederholen wir etwas immer wieder, schleicht sich langsam aber stetig eine gewisse Routine in unser Tun ein. Bald denken wir nicht mehr über die Ausführung einer Tätigkeit nach, sondern lassen es viel mehr von alleine geschehen. Während wir passiv aber sicher gewisse Abläufe täglich wiederholen, widmen wir uns gedanklich bereits etwas vollkommen anderem. In der morgendlichen Schlaftrunkenheit stellen wir benommen den Wasserkocher oder die Kaffeemaschine an und kippen Haferflocken in eine Schüssel, die wir blind aus dem Schrank gefischt haben. Wir schaufeln die Haferflocken in uns hinein und befinden uns noch in einem Zwischenstadium von Träume verarbeiten und den Tag organisieren. Man trabt zur U-bahn, oder rennt auch mal, ein Blick auf die Uhr ist nicht nötig denn die Zeiten weiß man quasi auswendig. Dem Strom der Masse schließt man sich an, quetscht sich zwischen die Menschenmassen, zieht das Buch oder wahlweise das Handy aus der Jackentasche und blendet alles um sich herum aus. Auf der Straße ist der Blick auf den Boden gerichtet, innerlich trauert man ja immer noch dem wärmenden Bett hinterher.

Und manchmal, da reicht eine kleine Andersartigkeit aus, um uns aus diesem Trott heraus zu holen und den Wachschalter zu betätigen. Der routinierte Ablauf ist unterbrochen, mag es an einem U-bahn Ausfall, der leeren Haferflockenpackung oder dem Lieblingssong, der auf einmal im Radio gespielt wird, liegen. Man schaut hoch, blickt sich um und auf einmal sieht man Dinge, die man bis dahin noch gar nicht wahrgenommen hat. Der Frühstücksteller hat einen goldenen Rand und winzig kleine Blütenknospen, eigentlich wirklich hübsch. Die Gärten auf dem Weg zur U-Bahn sind grüner geworden und an der Bushaltestelle hängt ein neuer Fahrplan – viel praktischer als der alte! Manchmal muss man sich eben selbst ein bisschen aufwecken, um die alltägliche Dinge wirklich wahrzunehmen und nicht im Fluss der Routine hängen zu bleiben.

Auf meinem Weg zur Hochschule passiere ich täglich den Königsplatz uns somit auch die Antikensammlung und Glyptothek. Wenn es die Mittagspause und das Wetter erlaubt, schnappe ich mir mein Brot und setze mich auf die Stufen Letzterer um die Sonnenstrahlen aufzusaugen. Vergangene Woche wurde der Königsplatz wegen Aufbauarbeiten eines Konzerts gesperrt und so musste ich einen anderen Weg zu U-bahn einschlagGlyptotheken als üblich. Mir fiel auf, dass die Säulen der Glyptothek ganz anders aussehen, als die der Antikensammlung und schlagartig wurde mir bewusst, dass, und ich arbeite nun seit fast  einem Jahr an der Hochschule, ich die Glyptothek noch nie von innen gesehen hatte. Irgendwie traurig, bedenkt man wie oft ich schon meine Zeit auf den steinernen Stufen des Gebäudes verbracht habe! In meinem Entsetzen hörte ich die FSJ-Uhr ticken und so rauschte ich gestern nicht direkt nach Hause sondern nahm mir Zeit um einen Abstecher in die Glyptothek zu machen.

Ein atemberaubendes Gebäude, ganz zu schweigen von den Kunstwerken, die es in sich trägt! Für 15 Euro bietet die Glyptothek Studenten eine Jahreskarte an und für knapp einen Euro kann man sich im Museumscafé Getränke und Verzehr gönnen. Wäre ich einmal früher auf die Idee gekommen das Museum zu besichtigen, hätte ich so manche Mittagspause im hier verbringen können!

Über die Glyptothek und die Kunstwerke möchte ich gar nicht viel loswerden, aus Angst ich verärgere mit meinem Halbwissen den ein oder anderen Historiker. So viel sei gesagt, die langen Gänge, die hohen Kuppeln, die Stukkaturen und Skulpturen wirken wie ein Pause-knopf. Eine Zeitreise 2500 Jahre in die Vergangenheit. Die Flucht aus der Routine tut wirklich gut und mit einigen Eindrücken die ich gesammelt habe, möchte ich den Besuch der Glyptothek jedem kunstinteressierten Menschen ans Herz legen. Eine Jahreskarte lohnt sich wirklich, mit jeder Museumsrunde wird man neue Kleinigkeiten entdecken, die man zuvor gar nicht wahrgenommen hat!

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Theresa

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