Seminarwoche: Klappe die Dritte

Mit Erschrecken stelle ich fest, dass der Monat Juni naht und der letzte concertino Beitrag eindeutig ANFANG März verfasst wurde! Über zwei Wochen Abstinenz, Asche auf mein Haupt! Meine Abwesenheit versuche ich mit dem Seminar und der kleinen Folgeerkrankung zu entschuldigen, es sei mir somit bitte verziehen!

Nun zum eigentlichen Thema:  das GESAMTSEMINAR!
Für sechs Tage zog es rund 140 Freiwillige des FSJ Kultur in Bayern in das schöne Franken auf die historische Burg Wernfels. Laut Wikipedia  um 1230 erbaut, räumte der Burgherr seine Gemächer für eine Jugendherberge, welche, ganz auf dem neuesten Stand, sogar über kostenloses und funktionierendes W-LAN verfügt und uns für sechs Tage Unterschlupf gewährte. Dieses Mal sollte sich alles um das Thema KONSUM drehen.

Vorab hieß es zunächst Kennenlernen, schließlich waren wir bisher in drei Gruppen eingeteilt und so stießen wir alle auf viele neue und fremde Gesichter. Bevor wir die Burg betraten, wurden im Zug die ersten, vorsichtigen Annäherungsversuche unternommen. Auf der Burg stellte man sich sogleich in die eigene Gruppe, vorsichtshalber, man kann ja nie wissen und schließlich ist die eigene Gruppe ja sowieso die beste! Um dieses kindliche Gruppenverhalten ein wenig aufzulockern, dachten sich unsere drei wunderbaren Leiterinnen samt zauberhaften Seminarfeen gleich ein vollgepacktes Programm aus. Dank Speed-Dating, Eins-Zwei oder Drei und bunten Plakaten wurde uns das letzte Misstrauen genommen und so konnten wir, bunt gemischt, die vorbereiteten Themeninseln besuchen.

Den größten Eindruck hinterließ wohl die „Naschinsel“ bei der man verschiedene Lebensmittel durch Geschmack und Optik Bio- oder Billigprodukt zuordnen musste. Neben der GEPA Schokolade überzeugte mich vor allem die Himbeermarmelade von Basic. Seltsam, dass ich nie zuvor daran gedacht hatte Bio Marmelade auszuprobieren, geschmacklich eine kleine Explosion im Vergleich zu so manchem No Name Produkt! Kulinarisch weniger wertvoll war daher die Versorgung in der Jugendherberge, zumindest was den Fleisch verwöhnten Gaumen so mancher Freiwilliger betraf. Das Versprochene Schnitzel blieb zur Enttäuschung fast aller aus und lediglich der nachmittägliche Donut riss das ein oder andere Manko wieder heraus!

Viel entscheidender für unser Seminar waren jedoch die 11 Workshops für welche wir uns im Vornherein anmelden konnten. Ähnlich wie beim zweiten Seminar, wurde auch dieses Mal jedem Interessenbereich etwas geboten! Ich entschied mich für den Musicalworkshop und traf damit eine Punktlandung. Unsere zwei Workshopleiter ließen uns nicht einfach irgendetwas singen und spielen sondern erarbeiteten mit uns ein komplett neues Stück ! Zu Beginn des Workshops lernten wir viel über den Ablauf einer Produktion am Theater und über die Entwicklung eines neuen Stücks. Nach dem theoretischen Teil, folgte dann die Entwicklung unserer Geschichte für das Musiktheater, wobei sich die Ideen vor Kuriosität und Fantasie nur so überboten. Letztendlich entschieden wir uns für einen Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel. Das Thema Konsum wurde dabei von acht skurrilen Charakteren wie Businesman, Tussi und Hippie verkörpert. Die Proben waren intensiv und irgendwie konnte sich am dritten Tag noch keiner so wirklich vorstellen, das Stück auf einer Bühne zu präsentieren. Die unermüdlichen Animationsversuche unserer Workshopleiter ließen uns jedoch keine Wahl und so nahm alles immer mehr Form und Gestalt an.

Die Tage verstrichen unglaublich schnell, was unter anderem auch an den Abendprogrammen der einzelnen Gruppen lag. Für einen Bayerischen Abend wurde, eigens für uns, eine Musikgruppe organisiert und so lernten wir bei traditionellen Klängen allesamt Volkstänze zu tanzen, naja, mehr oder weniger. Der Karaokeabend entwickelte sich zum Impro-Theater-Abend und so manch einer konnte sein komisches Talent unter Beweis stellen. Natürlich hieß es auch dieses Mal „HOCH DIE TASSEN“ und dank kurzen Nächten und produktiven Tagen  kam der Finale Abschlussabend mal wieder viel zu schnell !

Schließlich war es soweit und jeder Workshop präsentierte das, was er die vergangenen Tage über erarbeitet hatte. Die unterschiedlichsten Sachen waren entstanden, von bunten Kleidungsstücken und Taschen über Gefäße aus Papmasché, Comics, wilde Szenarien bis hin zu elektronischen Schaltungen die Töne von sich gaben.

Der Comic-Workshop

Der Comic-Workshop

Der Szenario-Workshop

Der Szenario-Workshop

Der Näh-Workshop

Der Näh-Workshop

Der Grünholz-Workshop

Der Grünholz-Workshop

Der Grünholz-Workshop

Der Grünholz-Workshop

Der Pappmasché-Workshop

Der Pappmasché-Workshop

Wilde Maschinen-Workshop

Eine herrliches Knabberbuffett ließ keine letzten Wünsche offen und so konnten wir uns alle wohl gesättigt auf eine beeindruckende Performance, verwunschene Masken, und einen Poetry-Slam einlassen. Damit der Abend nicht zu langatmig wurde, gab es zwischendurch kleine Werbepausen mit selbstgedrehten Video-Clips.
Zu Beginn noch ziemlich von unserem Können überzeugt, schwand das Selbstvertrauen bis zu unserer Aufführung  dank der unglaublichen Leistung der anderen zunehmend. Um Mitternacht durften wir dann den Abend mit unserem Musiktheater krönen und beenden. Ein wenig nervös brachten wir unser Stück (fast) perfekt an den Mann und hatten dabei einen Riesenspaß.
Der lange Abend wurde noch ein klein wenig länger und so traten wir am nächsten Morgen etwas lädiert und mitgenommen den Heimweg an.

Mit dem Ende des dritten Seminars nähert sich auch das Ende des FSJ!
Das Gesamtseminar hat uns allen die Möglichkeit geboten, viele neue, tolle und nette Leute kennenzulernen. Einmal mehr stelle ich fest, dass ein FSJ ohne die Seminare nur halb so schön wäre. Voller Freude und ein wenig Wehmut, blicke ich also dem Abschlussseminar entgegen!

Auf ein letztes Mal!

Theresa

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