„Auf dem Weg zum Schauspieler“

Jeder Freiwillige muss während seines FSJ Kulturs 25 Bildungstage absolvieren. Einen Großteil davon decken die vier Seminare, einen anderen, kleineren Teil die Freien Bildungstage, ab. Auf diesen ein- bis zweitägigen Veranstaltungen werden die unterschiedlichsten Themenbereiche angeboten. Kreativ-Workshops, Besichtigung von Universitäten und Hochschulen, Einblicke in verschiedene Berufe, für jeden Freiwilligen ist bei dieser großen Auswahl etwas dabei.

Ich habe mich für den Workshop „Auf dem Weg zum Schauspieler“ angemeldet.

Kurz nach meiner Anmeldung schneite auch schon die Kursbestätigung in mein Postfach. Als ich in der E-Mail las, dass bei dem Workshop gerne eine eingeübte Sprechrolle für eine Aufnahmeprüfung vorgetragen werden darf, musste ich erst einmal schlucken. Auf der Bühne zu stehen und Theater spielen-OHJA, aber gleich Schauspiel studieren?  Der Titel des Workshops war eigentlich selbsterklärend, allzu große Gedanken hatte ich mir darüber aber nicht gemacht. Nun hoffte ich also, zwischen angehenden Schauspielern nicht unterzugehen. Um nicht unvorbereitet in den Workshop zu starten, studierte ich noch einen kurzen Monolog der Helena aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“.

Tag eins, der Text saß, ich war bereit alles zu geben, doch meine überschäumende Motivation wurde jäh gebremst, als uns Kursleiter Jörg mitteilte, dass die Vorsprechtexte erst für Freitag eingeplant seien. Insgeheim beruhigte mich das sehr, saß die eine oder andere Textstelle doch noch nicht perfekt. Mit einer kleinen Gruppe von fünf Leuten starteten wir also mit allgemeinen Informationen rund um das Studium und den Beruf des Schauspielers in die Bildungstage. Wir fünf Freiwillige vertanden uns auf Anhieb prima und meine Bedenken, weniger mithalten zu können, wurden schnell beseitigt. Das Ergebnis des ersten Vortages war ernüchternd: Statt ruhmreichen Leben im Rampenlicht, blühen den meisten Schauspielabsolventen vielmehr Armut, Zukunftsängste und ständiger Bereitschaftsdienst. Nach einem Traumjob klingt das wirklich nicht! Diese Erkenntnis holte uns wieder auf den harten Boden der Realität zurück. Den ersten Tag beendeten wir mit kurzen Improvisations- und Körperbewusstseinsübungen.

Tag zwei begann sportlich. Fast zwei Stunden tanzten wir auf die unterschiedlichsten Weisen durch den Trainingsraum. Es folgten Rhythmus- und Gesangsübungen. Abgesehen davon, dass wir bei diesen Übungen wohl ziemlich bescheuert aussahen, machten sie unglaublich viel Spaß. Je mehr verrückte Übungen wir machten, desto unbeschwerter und lockerer wurden wir. Zudem forderten die meisten Spiele und Aufgaben hohe Konzentration und Geschick. All das zeigte mir, dass für das Schauspielen Körperbewusstsein, Beweglichkeit und Musikalität von enormer Wichtigkeit sind!

Viel zu schnell folgte schon Tag drei. Bevor jeder seinen vorbereiteten Monolog präsentierte, widmeten wir uns dem Improvisationstheater. Es war erstaunlich wie schnell aus dem Nichts heraus,  ganze Geschichten auf der Bühne entstanden, angeregt durch die Fantasie jedes einzelnen Darstellers. Nach dem intensiven Training der vergangenen Tage, war jede Scheu und Schüchternheit von uns abgefallen. Umso gelassener und selbstbewusster konnte nun jeder seinen Monolog präsentieren. Unser Workshopleiter Jörg, konfrontierte uns mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen und nach ein zwei Durchläufen, saß der Text und die Präsentation!

Mein Fazit:

Der Workshop „Auf dem Weg zum Schauspieler“ war ein voller Erfolg! Es hat unglaublich Spaß gemacht, mit einer überschaubaren Gruppe sehr intensiv zu trainieren. Der Workshop hat mir gezeigt, dass das Leben eines Schauspielers sehr hart aber auch sehr erfüllend sein kann. Schauspiel studieren kommt für mich nicht in Frage, die Liebe und Leidenschaft am Theaterspielen werde ich trotzdem nie verlieren!

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